Nico Lange | Reiseberichte

Die Vorbereitung

Wie schon auf der Titelseite gesagt, hörte ich von sehr vielen Leuten, dass man in Süd-Ost Asien sehr billig Urlaub machen kann. Da ich zu dieser Zeit gerade meinen Zivildienst leistete, hatte ich natürlich kein Geld und diese billige Art zu Reisen kam mir sehr recht.
Seit längerem kannte ich schon David. Er ist schon mehrere mal mit dem Rucksack unterwegs gewesen, wollte wieder in den Urlaub fahren. Wir unterhielten uns und wenig später stand es fest: Wir gehen zusammen auf Tour.
Nach längeren Diskussionen und noch längeren Abwägen haben wir uns dann für Indonesien entschieden.

Jetzt fingen die Vorbereitungen an. Das größte Problem für mich war mein Englisch. Das einzige was ich als mein Indonesien Englischwortschatz bezeichnen konnte war: "I love you" und "I don´t understand" (und es wurde in den nächsten Monaten bis zum Abflug nicht viel besser).
Des Weiteren musste ich mir eine Menge nützlicher kleiner Dinge kaufen die mir das Leben im Urlaub sehr erleichtern sollten. Besonders hervorzuheben ist dabei der Wassersack, der auch als Kopf- und Sitzkissen sehr große Dienste geleistet hat - Danke Wassersack. Eine Liste der weiteren Dinge kannst Du beim Link Informationen nachlesen. Natürlich ist bei den Vorbereitungen auch der Arztbesuch sehr wichtig, auch das Flugticket sollte man kaufen und die Trawlerchequs sollten getauscht sein.
Aber an unserem Abflugtag hatten wir alles gekauft und organisiert, alle Aufgaben (Blumen gießen) verteilt und dann ging es los.

Die Reise

Ich hatte schon Bauchschmerzen als es in Berlin losging, diese begleiteten mich auch noch eine ganze Weile in Indonesien. Nach einem schrecklichen Flug ( die Bauchschmerzen ) landeten wir nach 16 Stunden und mehreren Zwischenstops in Jakarta.
Als wir aus dem Flughafengebäude herauskamen wurden wir erst einmal von einer Masse Taxifahrer überrannt. Und schon hatte uns Asien eingeholt. Immer jede Menge Anbieter und immer, manchmal ewig dauernde, Verhandlungen über den Preis.
Indonesien
Irgendwann hatten wir es dann in unser Losmen (Herberge) geschafft. Noch in der Hoffnung den Menschenmassen in Jakarta entgehen zu können kauften wir gleich für den nächsten Tag ein Zugticket nach Surabaya, wir wussten noch nicht, dass uns dort genauso viele Leute erwarteten.
Natürlich haben wir es dann in Surabaya auch nicht lange ausgehalten. Und außer das ich dort wegen meiner Schmerzen ein Krankenhaus besuchen musste und die mir gleich den Blinddarm entfernen wollten (es war wie in einem schlechtem Film) gibt es von dort nichts außergewöhnliches zu berichten.
Am nächsten Tag starteten wir nach Kuta auf Bali, und was mich dort erwartete hatte ich mir nicht in meinen schlimmsten Träumen vorgestellt. Australier über Australier. Für die ist Bali wie für die Deutschen Mallorca. Dementsprechend auch die Preise und Art der Leute, obwohl die Balinesen (vielleicht Aufgrund ihrer Religion) die Übermasse an Touristen sehr locker zu nehmen schien.
Für uns allerdings hieß es am nächsten Tag schon wieder weiter. Wir wollten endlich ein wenig Ruhe und die sollten wir auf Lombok erhalten.
Dort angekommen hatten David und ich erst einmal einen so großen Streit, dass wir alleine weiterzogen und uns nur einen Treffpunkt auf einer Insel ausmachten. Da wir bei der Fährfahrt nach Lombok zwei Engländerinnen und einen Kanadier kennerlernten, die das gleiche Ziel hatten, schloss ich mich ihnen an (es passte ja auch zu gut). Auf den Inseln angekommen hatte ich dann das was ich die ganze Zeit haben wollte: Meine Hütte auf einer Südseeinsel und eine Englischlehrerin ;-). Aber auch niemanden der mich verstand, ich meine Deutsche gab es dort nicht.
Um so besser fand ich es dann als David auf der Insel auftauchte. Apropos Tauchen, die meiste Zeit der fünf Tage auf der Insel verbrachten wir mit tauchen, es ist ein wirklicher Traum in Indonesien.
Nebenbei feierten wir dort noch eine fool moon - Party und haben jede Menge leckeres Seefood in uns hereingeschlungen. Aber auch diese Tage gingen vorbei und wir wollten auch noch mehr machen als nur an Strand herumzuliegen.
Ach so mittlerweile hatte ich auch meine Malariaprophylaxe abgesetzt, da ich annahm, meine Bachschmerzen kommen davon. Womit ich auch Recht behalten sollte.

Unser nächstes Ziel: Der Mt. Bromo.
Wir mussten also zurück auf Java (die Insel, nicht das Programm). Da machten wir natürlich noch ein paar Zwischenstops und der erste war auf Lombok am Pusak-Paß. Dort haben wir uns aus dem Bus schmeißen lassen und wollten uns irgendwie eine Herberge suchen, nur hatte uns vorher keiner gesagt, dass es dort nichts zum Übernachten gibt. IndonesienErst ein paar Einheimische konnten uns ein sehr einfaches Losmen zeigen wo wir uns zwei Tage aufhielten und die Umgebung erkundschafteten. Der Pasak-Paß liegt mitten im Urwald und es ist natürlich aufregend als Stadtjunge im Busch herumzuwandern. Man sollte sich allerdings, im Gegensatz zu uns, festes Schuhwerk anziehen und auch sonst nicht wie ein Sonntagsspaziergänger in Jungle herumirren. Soweit wie ich weis gibt es dort nämlich nicht nur die nervenden Affen, sondern auch Schlangen und ähnliches was nicht immer ungefährlich ist.
Es ging dann weiter zurück nach Bali. Dieses mal suchten wir uns Ubut als Ziel aus, was eine viel bessere Wahl als Kuta war. In Ubut kann man eine Menge Schnitzereien kaufen, die dort auch hergestellt werden. Und so günstig, natürlich nur nach Verhandlung, wie die Figuren waren, so viele haben wir auch gekauft. Das wurde uns später zum Verhängnis, da wir das Gepäck ja auch mit uns herumtragen mussten.
Weiter ging es danach wieder über Surabaya zum Mt. Bromo.
Der Mt. Bromo ist ein heute noch aktiver Vulkan der auch sehr einfach zu erlaufen ist. Er ist ca. 2000m hoch und es ist schon wirklich spektakulär wenn man es aus einem Berg so rauchen sieht.
Am ersten Tag unseres Aufenthalts gingen wir auf den Mt. Bromo und am zweiten ging es gleich früh um zwei Uhr los zu einem Aussichtspunk der uns von Indonesiern sehr empfohlen wurde. Von dort beobachteten wir den Sonnenaufgang und es war ziemlich beeindruckend. Dort oben trafen wir auch noch andere Leute unter anderem Jojo, mit der wir dann auch weitergereist sind.
Beim Abstieg von dem Aussichtspunkt wäre dann auch beinahe etwas schief gegangen, denn der Steppenbrand - den wir schon den ganzen Morgen beobachten konnten - kam uns beim abstieg ziemlich nah und wir mussten uns sehr beeilen um ihm ausweichen zu können.
Vom Mt. Bromo aus ging es dann wieder in flachere Gegenden und zwar nach Yogjakarta.
Yogjakarta wird noch heute von einem Sultan regiert, es ist eine Studentenstadt und dort hat es mir auch am besten gefallen (nicht nur wegen dem Hotel das wir dort gebucht hatten). Wir hatten auch eine nette neue Reisebegleiterin und man konnte in Yogjakarta sehr gut einkaufen.
Nach drei Tagen Stadtstress wollten wir vor den Rückflug nach Deutschland noch ein wenig entspannen und so fuhren wir in das Naturschutzgebiet um Pangdanderan. Die Fahrt dorthin mit der Fähre werde ich wahrscheinlich nie vergessen, da man in den vier Stunden Fahrt das gesamte normale Indonesische Leben mitbekommt.
In Pandanderan übernachteten wir in einer Künstlerherberge. Von dort aus unternahmen wir noch einige Ausflüge unter anderem in einer Kokoszuckerfabrik und dann ging es schon wieder nach Jakarta (zum Glück, da unser Geld langsam zur Neige ging) um den Flug zurück nicht zu verpassen.

Indonesien
Alles im allen hatten wir eine sehr interessante Reise und ich kann nur empfehlen mal keine Pauschalreise zu buchen. Erstens kommt man oft viel billiger und zweitens sieht man bestimmt viel mehr als wenn man immer nur organisierte Touristenfahrten macht.