Nico Lange | Reiseberichte

Hinflug

Wir starteten am Sonntag den 24.Juni 2001 vom Berliner Flughafen Tegel aus nach Thailand. Der Flug war eigentlich ausgezeichnet. Wir flogen mit den "Emirates", eine ,wie ich finde, sehr gute Fluglinie. Jeder hatte seinen eigenen Bildschirm, auf dem man Videogames spielen, Filme sehen, oder mit der Bordkamera den Flug aus der Pilotensicht verfolgen konnte. Nach einem dreistündigen Zwischenstop in Dubai, landeten wir dann in Bangkok. Und schon am Flughafen wurde klar, wir sind nicht die einzigen, die mit dem Rucksack in Thailand unterwegs sind.

Bangkok

Nach einer Taxifahrt über die Hochstraßen erreichten wir dann auch die Kaosan-road. Diese Straße ist das erste Ziel aller Rucksacktouristen, da es dort preiswerte Unterkünfte gibt.
Der Bahnhof in BangkokUnser Plan war es, sobald wir in Bangkok angekommen sind, die Tickets in den Norden zu organisieren und aus dem Treiben zu verschwinden. Doch der Zug fuhr erst den nächsten Tag. Mir war klar, die Umstellung mit der Zeitverschiebung, die Hitze, der Lärm und der Dreck in Bangkok würden uns sehr bald nerven. Und dann machten wir auch noch den Fehler, den gesamten Tag "Bangkok zu erkunden". Somit hatten wir die ersten zwei Tage keine richtige Ruhe und wir wollten nur noch weg aus Bangkok.

Die Mitte

Der erste Weg sollte uns über Phitsanulok nach Sukhothai führen. Dort existiert eine alte Ruinenstadt die als die "Wiege" der Thailändischen Kultur gilt. Das gesamte Gelände erstreckt sich auf etwa vier mal vier Kilometer und kann sehr gut mit dem Fahrrad erkundet werden. In Sukhothai blieben wir drei Tage. Da die Umgebung dort noch nicht so sehr von Europäern aufgesucht wird, ist die gesamte Atmosphäre noch sehr gemütlich und familiär. Die nächste Fahrt führte uns nach Chiang Rai, eine Kleinstadt im Norden. Dort planten wir eine Weile zu bleiben und den Ort als Ausgangsbasis für unsere Touren zu nutzten.

Der Norden

Ruinen in SukhothaiAm bekanntesten in Thailands Norden ist wahrscheinlich das "Goldene Dreieck". Für viele Leute ist das Goldene Dreieck erstaunlicher Weise der Grenzpunkt zwischen Laos, Burma und Thailand. Nur frage ich mich: "Wie kann auf einem so kleinen Punkt ein Drittel des Opiums der Welt hergestellt werden?". Natürlich ist das "Goldene Dreieck" ein riesiges Gebiet und als einfacher Tourist bekommt man von der Drogenherstellung eigentlich nichts mit. Unsere erste Tour im Norden führte uns nach Myanmar (Burma). Für fünf Dollar und die Abgabe des Reisepasses in Thailand, kann man einen Tag ca. fünf Kilometer nach Burma hinein. Und das reicht vollkommen um eine andere Welt zu erleben. Zerlumpte armselige Gestalten, Bettler, Krüppel alles was die "dritte Welt" zu bieten. Nur dieser kurze Trip reichte aus um zu erkennen wie reich die Thais im Gegensatz zu ihren Nachbarn sind. Am nächsten Tag hatten wir uns einen Führer gemietet um eine Trekking-Tour zu machen, was bei der Hitze ziemlich unerträglich war. Der Führer wird im Gebiet um Chiang Rai empfohlen, da es immer wieder Übergriffe der Bergvölker oder der Burmesischen Armee gibt und nicht erst ein übermütiger Tourist ist dort verschwunden. Also ging es dann los, als erstes mit einem Boot zu einer heißen Quelle und von dort aus auf eine Elefantenfarm. Auf einem Elefanten ging es dann weiter, zwei Stunden durch den Urwald. Jetzt kamen wir an das eigentliche Ziel. Die Dörfer der Hilltriebes. Die Hilltriebes sind Bergvölker, die heute noch fast ohne die "Errungenschaften der Zivilisation" leben. Da viele Kinder der Hilltriebes in einigen Dörfern jetzt English lernen, sind die Touristen gut angesehen. Trotzdem gibt es Probleme, wenn die Besucher zum Beispiel mit freiem Oberkörper durch die Dörfer spazieren oder sich ungefragt in die Hütten der Leute begeben. Ich glaube niemand in Deutschland findet es gut, wenn plötzlich ein Fremder in der Wohnung steht und sich nur mal umschaut, oder? Ein weiteres Problem ist, so erzählte mir unser Führer, die Personen die nur in die Dörfer kommen, um Opium zu rauchen. Da die Schlafmohnpflanze dort angebaut wird, ist natürlich auch Opium dort sehr billig, dieser wird aus Schlafmohn hergestellt.
Eigentlich rauchen die Hilltriebes kein Opium, doch sie sehen immer wieder die "reichen" Touristen, die mit dem Jeep kommen, die gute Kleidung tragen, die sich alles leisten können und die rauchen ja auch Opium. Natürlich senkt das die Hemmschwelle dieser Leute und wenn sie erst einmal Opium rauchen, dann bleibt die Arbeit im Dorf liegen und irgendwann können sie nicht mehr selber überleben. Das sollte man sich überlegen, wenn man diese Dörfer besucht. Auch noch andere nach euch möchten diese Kultur kennen lernen. Einen Tag später fuhren wir noch nach Chiang Saen, damit wir den Mekong-River noch mal sehen konnten und dann ginge es wieder zurück über Bangkok nach Kao Tao.

Der Süden

Kao Tao-islandNatürlich sollte man, wenn man schon in Thailand ist, sich die Strände nicht entgehen lassen. Es sollen ja mit die schönsten auf der Welt sein. Also fuhren wir als erstes nach Kao Tao. Diese Insel ist bekannt für ihre preiswerten Tauchschulen, die es dort in Mengen gibt. Wir machten beide einen Tauchkurs, Jana ihren ersten Lehrgang und ich einen zum verbessern meiner Fähigkeiten. Besondere Vorkommnisse gab es eigentlich nicht, außer dass Jana von einem Trigger-Fisch angegriffen wurde und mich ein kleiner Fisch angefressen hat, so dass ich eine offene Wunde hatte. So hielten wir es fast eine Woche auf einer Insel aus, die nur für Touristen ausgebaut wird. Die gesamten Strände und auch schon das Hinterland ist mit Hotels und Bungalows zugebaut. Um einen wirklich ruhigen Urlaub zu verleben bin ich in Thailand wahrscheinlich drei Jahre zu spät gewesen. Mittlerweile dreht sich alles um die Einnahmequelle "Tourist"´, das merkt man vor allen Dingen auf solchen Insel wie Kao Tao. Dort gibt es Festpreise, für die Taxifahrt zum Beispiel und dieser Preis ist fünfmal so hoch wie auf dem Festland. Man wird zwar immer noch nicht arm, aber wenn das so weiter geht, kann man in Thailand bald gar keinen billigen Urlaub mehr machen. Nach den Tagen auf Kao Tao sind wir auf die Insel Kao Phangan übergesetzt. Auf dieser Insel ist der weltweit bekannte Hat Pin Beach, dort werden immer zu Vollmond die Follmoon-partys gefeiert. Aber auch wenn der Mond mal gerade nicht scheint, der Beach ist immer voll. Und wer dort hin fährt kann auch zum "Ballerman-6" fahren. Das ist fast das gleiche Niveau. Auf der anderen Seite der Insel allerdings liegen noch einige einsame Buchten in denen man noch gut relaxen kann. Die drei Tage, die wir auf der Insel noch hatten, blieben wir in der Korallen-Bucht. Von dort aus kann man, wenn es nicht gerade extrem regnet, zu jeder Zeit mit dem Auto ins Inselinnere fahren. In anderen Buchten muss man warten, bist mal ein Schiff vorbeikommt und einen mitnimmt, da es keine Wege über die steilen Berge gibt. Die Tage vergingen, wie immer, wie im Flug und so mussten wir auch schon wieder zurück nach Bangkok.

Wieder in Bangkok

Die Busfahrt hatten wir also überstanden und standen gegen sieben Uhr früh in der Nähe der Kaosan Road. Ein Zimmer zu bekommen ist kein Problem nur die Zimmer mit dem richtigen Preis findet man erst nach einigen suchen. Wir hatten noch drei Tage in Bangkok und so mussten wir, ob wir wollten oder nicht, uns an die Stadt gewöhnen. Und das sollte auch gar kein Problem sein, im Gegenteil. Besser als in Bangkok war es fast nirgend wo.